Geistlicher Impuls

Pfarrer Ulrich Beckwermert ist vielen Schülern und Lehrern der Domschule vertraut: Er war lange Pfarrer der Domgemeinde und Schulseelsorger an der Schule. Seit einem guten halben Jahr ist er nun Domkapitular und Personalreferent des Bistums. Er kommt vom 25. bis 27. September nach Rom, um die Schulfahrt zu begleiten und den Gottesdienst im Petersdom mit der Schulgemeinschaft zu feiern. Auf die gemeinsamen Tage freut er sich sehr und grüßt die Schulgemeinschaft mit folgenden Worten:

 

Ein Stück Heimat in Rom

„Es ist wirklich ein besonderes Erlebnis, wenn eine ganze Schule sich auf den Weg macht. Für die allermeisten Schüler eine einmalige Fahrt. Auch ich habe sie vor fünf Jahren selbst miterleben dürfen. Wir sind gemeinsam unterwegs. Auch zum Christsein gehört es immer dazu, auf dem Weg zu sein. Und auch wenn die Anreise mit der langen Busfahrt sehr anstrengend ist, haben wir ja ein ganz besonderes Ziel vor Augen: Rom.

Rom steht für die große Weltkirche. Denn die katholische Kirche ist keine deutsche Kirche, sondern eine Weltkirche. Das erleben wir vor allem im Petersdom. Wir spüren die Größe und Weite der Kirche. Viele Menschen aus vielen Nationen sind dort. Und die Größe des Domes soll nicht Prunk und Protz sein, sondern Zeugnis geben von der Größe des Volkes Gottes.

Diese Erfahrung zu machen, dass wir als Christen zusammengehören, auch über nationale Grenzen hinweg, ist nicht nur eine wichtige religiöse sondern auch eine wichtige politische Erfahrung für unsere Zukunft: Wir gehen einen gemeinsamen Weg – ohne Ausgrenzung und Hass. Und es ist der eine Gott, der eine Geist, der uns eint.

Im Petersdom werden wir einen gemeinsamen Gottesdienst feiern. Auch das ist ein einmaliges Erlebnis, das viele von uns so nie wieder erleben werden. Trotzdem wir aber im weit entfernten Rom sind, werde ich unseren Gottesdienst dort nicht groß anders feiern, als in Osnabrück. Und auch wenn einige Schüler das erste Mal in Rom und das erste Mal im Petersdom sind, werden sie merken: ,Das kenne ich. Das ist nicht fremd, sondern vertraut.’ Das ist ja das Große und Starke an der Eucharistie: Sie verbindet und eint, weil sie überall auf der Welt gleich gefeiert wird. Denn Katholischsein bedeutet auch, überall ein Stück Heimat zu finden – eine ganz wichtige Erfahrung.“

Aufgezeichnet von A. Fleute